Buchtipp - Zwischen Sinn und Management 


W. Böckmann: Sinnorientierte Führung als Kunst der Motivation


Hier handelt es sich trotz allem Gewohnten, um etwas NEUES, nämlich die Verknüpfung einer Psychotherapierichtung mit dem Thema Führung. Jenseits der vielen Methodenkoffer beschäftigt sich der Autor mit der Frage nach dem Sinn in der Arbeitssituation und entwickelt ein Führungsmodell, welches sich um die Persönlichkeit der Menschen im Unternehmen dreht.


Sinnorientierte Führung als Kunst der Motivation bietet zunächst einige Verständnisfragen für die Praxis der Unternehmensführung. Die erste Fragestellung lautet: "Was heißt Sinn?" und der Leser fragt sich, was die Antwort auf diese Frage mit der Unternehmensführung zu tun hat. Böckmann erläutert jedoch mit schönen Wortspielen ("Am Anfang war der Sinn..."), welche Bedeutung Sinn für die Praxis in Unternehmen hat. Im weiteren gibt es Antworten auf Fragen wie "Was heißt Führung?" oder "Was heißt Motivation?". Dabei verschachtelt der Autor auf ansprechende Weise bekannte Begriffe wie z.B. Wettbewerb und Konkurrenz oder Sinn und Zweck und verhilft so zu einem neuen Verständnis der Zusammenhänge in der Führungssituation. Im Kapitel über die Praxis der Sinn-Orientierung gibt es viele Beispiele aus Unternehmen wie Bertelsmann oder der Bundeswehr. Im dritten Kapitel beschreibt Böckmann das Zustandekommen des individuellen Sinn-Konzeptes und gibt damit Einblick darin, wie eine Motivation zum Handeln im Menschen (und damit im Mitarbeiter) entsteht. Zentrale These für den Autor ist, dass der Vorgesetzte eben diese Entstehung der Handlungsmotivation kennen - erkennen und an-erkennen muß, um sinn-voll einen Auftrag erteilen zu können. Gelingt ihm das, ist jegliche Form der Motivation als Manipulation überflüssig. Das Buch beinhaltet zusätzlich einen Sinn-Einschätzungs- und Erwartungs-Test (S.E.E.-Test). Ob sich die These einer "Leistungssteigerung ohne Investitionen" halten läßt, möchte man allerdings bezweifeln, schließlich stellt diese Art der Führung an den Vorgesetzten bzw. dessen persönliche Reife hohe Ansprüche und es bleibt fraglich, ob evtl. fehlende Reife im Rahmen der Führungskräfteentwicklung ausgeglichen werden kann. Alles in allem ein schönes Buch, eher für das Sofa als für den Arbeitstisch, welches vor allem durch die Art des Gedankenaufbaus anhand der Verknüpfung und Definition schon bekannter Begriffe überzeugen kann.


(MC)



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